Der kleine Laden des Herrn Takarada – Kenji Ueda
Wenn die Tage wieder kürzer werden und sich das studentische Leben nach den Vorlesungen in gemütliche Cafés oder in die Leseecke zu Hause verlagert, suchen viele nach einer Beschäftigung, die entschleunigt. Kenji Uedas Roman Der kleine Laden des Herrn Takarada bietet genau das. Eine Lektüre, die perfekt in die gemütliche Jahreszeit passt.
In einer Nebenstraße des Tokioter Viertels Ginza liegt das traditionsreiche Schreibwarengeschäft Shihodo. Der Inhaber Ken Takarada verkauft dort nicht nur hochwertige Füller und Papier, sondern besitzt auch ein feines Gespür für die Sorgen seiner Kunden. Er lädt Menschen, die an einem Wendepunkt stehen, in einen ruhigen Raum im Obergeschoss ein, um bei einer Tasse Tee ihre Gedanken, geheimen Sehnsüchte oder Erinnerungen in einem Brief niederzuschreiben. In 5 Kapiteln, die nach Schreibutensilien benannt sind, begegnen wir unterschiedlichsten Charakteren. Von einer jungen Frau mit Gewissensbissen bis hin zu einem Senior, der auf sein Leben zurückblickt.
Der Roman gehört zur Wohlfühlliteratur, die durch ihre ruhige, fast meditative Erzählweise perfekt ist, um einfach mal runterzukommen, in hektischen Zeiten innezuhalten und vielleicht auch selber mal wieder zu Stift und Papier zu greifen. Während es draußen kälter wird, bietet Takaradas Laden eine Atmosphäre von Wärme und Herzlichkeit.


